Mehr Berater als Hunde – Warum Hunde bei diesem Geschäftsmodell auf der Strecke bleiben

Mehr Berater als Hunde. Warum die Hunde bei diesem Geschäftsmodell auf der Strecke bleiben

Es gibt Dinge im Leben, die versteht man einfach nicht. Zum Beispiel, warum Menschen freiwillig Rosinen in den Hefezopf packen. Oder warum man beim Zahnarzt immer zuerst auf den spitzen Haken, der vor einem liegt, guckt.

Und dann gibt es da noch diese „Futterberater“.
Du weißt schon, die mit dem großen Herz für deinen Hund und dem noch größeren Herz für ihre eigene Brieftasche.

Ein Netzwerk wie Sand am Meer

Man möchte meinen, es gibt in diesem Land gerade so viele Hunde wie Menschen.
Falsch gedacht.
Es gibt mehr „Futterberater“.

Egal, wo du hinguckst: „Oh, du hast einen Hund? Magst du nicht auch Berater werden? Macht Spaß! Und bringt passives Einkommen! Und du musst nur ein paar Broschüren auswendig lernen!“

Herzlichen Glückwunsch, wieder ein neuer „Berater“.
Und was macht der?
Richtig. Er wirbt sofort den nächsten an.

Ein bisschen fühlt sich das an, als würde man bei jedem Spaziergang auf einem Tupperabend landen:
„Du brauchst gar kein Wissen, Hauptsache du kennst jemanden mit Hund!“
„Es ist total einfach: du sagst, wie toll das Futter ist, und schwupps, bist du Experte!“

Na, dann. Prost Mahlzeit.


Fachwissen? Nö. Aber Provisionen!

Was ich daran besonders charmant finde:
Hier geht es nicht etwa darum, was dein Hund wirklich braucht.
Hier geht’s darum, was du für den nächsten Karriereschritt brauchst:
Noch mehr Berater unter dir. Noch mehr „Teamleader“. Noch mehr Menschen, die ebenfalls glauben, dass man mit einer Prise Blabla zum Hunde-Ernährungsguru wird.

Für den Hund?
Ach, der bekommt halt, was gerade im Katalog so schön glänzt. Irgendwas mit „Natürlich“, „Balance“ und „Liebe drin“.
Hauptsache, die Provision stimmt.


Calcium? Jod? Ach, das klingt schon so kompliziert!

Fragen nach Jod-Bedarfen? Nach Calcium-Quellen?
„Oh, wissen wir nicht genau, aber das steht sicher irgendwo auf der Packung. Außerdem… schau mal, wie toll der Napf aussieht!“

Während ich da sitze und versuche, einen Plan zu erstellen, der wirklich auf Alter, Rasse, Aktivität, Krankheiten und Allergien eingeht, reicht anderswo offenbar ein Sticker mit einem Hund drauf, damit die Leute ihr Portemonnaie zücken.


Der Hund bleibt auf der Strecke, aber hey, das Team wächst!

Am Ende des Tages bleibt oft genau einer auf der Strecke: Der Hund.
Denn während Herrchen und Frauchen tief im Schneeballsystem verheddert sind, bekommt Bello irgendwas in den Napf geworfen.
Hauptsache, der Berater konnte wieder einen Berater anwerben.

Es ist traurig.
Und gleichzeitig… so absurd, dass man fast drüber lachen möchte.
Fast.


Mein Appell an dich

Wenn du wirklich wissen willst, was dein Hund braucht, dann frag bitte jemanden, der nicht gerade versucht, dich in sein „Team“ zu holen.
Frag jemanden, der seit Jahren nichts anderes macht, als Hunde individuell und ganzheitlich zu beraten.
Frag jemanden, der weiß, wie viel Jod in Seealgenmehl stecken sollte.
Und nicht jemanden, der „Jod? Ist das diese App?“ sagt.


Denn ja, dein Hund hat Besseres verdient als 25 Broschüren mit leeren Versprechen und einen „Berater“, der im nächsten Monat wieder einen neuen Nebenjob hat.


Zusammengefasst:
✅ Hinterfrag den Titel „Futterberater“.
✅ Schau auf die Qualifikation, nicht auf den Katalog.
✅ Und denk immer daran: Dein Hund kann sich nicht selbst wehren.


Und falls du jetzt doch wissen möchtest, wie eine Futterberatung mit Fachwissen, Erfahrung und Herz aussieht, melde dich gern bei mir.

Dein Hund wird’s dir danken.
Ich übrigens auch.
Und nein: ich suche keine „Teamleader“. 😉

Über den Autor

Über den Autor

Roland Grünewald ist ein erfahrener Tierheilpraktiker, spezialisiert auf die Ernährung und Gesundheit von Hunden. Seit dem Jahr 2006 widmet er sich der ganzheitlichen Tiermedizin, mit einem besonderen Fokus auf Windhunde und Rhodesian Ridgebacks.

Seine Expertise umfasst Ernährungsberatung, Traditionelle Chinesische Medizin und Physiotherapie. Durch kontinuierliche Weiterbildung und praktische Erfahrung entwickelt er individuelle Therapiepläne, die auf die speziellen Bedürfnisse jedes Hundes zugeschnitten sind, um deren Wohlbefinden und Gesundheit zu optimieren.

In seinem Blog teilt er wertvolle Tipps und neueste Erkenntnisse aus der Praxis, die Hundebesitzern helfen, ihre vierbeinigen Freunde gesund und glücklich zu halten.